SCHICKHARDT-GMS BILINGUAL​

„Wer sich nicht der Vergangenheit erinnert, ist verurteilt, sie zu wiederholen“ - Studienfahrt nach Auschwitz

Vom 23. bis 26. Januar 2026 unternahmen Schülerinnen und Schüler der Oberstufe (Stufen 11, KS1 und KS2) der Schickhardt-Gemeinschaftsschule Stuttgart gemeinsam mit drei Lehrkräften eine Studienfahrt nach Polen in die Gedenkstätte Auschwitz. Ziel der Fahrt war eine vertiefte Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Verfolgungs- und Vernichtungspolitik sowie mit Fragen von Erinnerungskultur, historischer Verantwortung und demokratischen Grundwerten.

Im Mittelpunkt der Studienfahrt standen zwei intensive Tage in Auschwitz. Die Schülerinnen und Schüler nahmen an pädagogisch begleiteten Führungen sowohl im Stammlager Auschwitz I als auch im ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz II–Birkenau teil. In jeweils dreistündigen Rundgängen wurden die historischen Strukturen des Lagersystems, die Funktionsweise der nationalsozialistischen Terror- und Vernichtungsmaschinerie sowie die Perspektiven der Opfer thematisiert.

Am zweiten Tag hatten die Schülerinnen und Schüler nach der Führung in Auschwitz II–Birkenau am Nachmittag zudem die Möglichkeit, Auschwitz I nochmals selbstständig zu erkunden. In dieser Phase konnten sie individuelle Schwerpunkte setzen, Orte vertiefend aufsuchen und Aspekte weiterverfolgen, die sie während der Führung besonders beschäftigt hatten. Diese Form der eigenständigen Auseinandersetzung ergänzte die geführten Rundgänge sinnvoll und ermöglichte einen persönlichen Zugang zum historischen Ort.

Die Auseinandersetzung mit Auschwitz machte für die Schülerinnen und Schüler zentrale Dimensionen nationalsozialistischer Gewalt und Ideologie konkret erfahrbar. Dabei wurde auch ein Zitat des Philosophen George Santayana, das in Auschwitz I gezeigt wird, immer wieder aufgegriffen: „Wer sich nicht der Vergangenheit erinnert, ist verurteilt, sie zu wiederholen.“ Das Zitat verweist auf die Verantwortung, historisches Wissen nicht nur zu bewahren, sondern aus ihm Konsequenzen für Gegenwart und Zukunft zu ziehen.

Auf der Rückfahrt legte die Gruppe einen kurzen Zwischenstopp in Breslau ein. Der Aufenthalt am historischen Marktplatz bot die Gelegenheit, einen weiteren geschichtlichen Ort kennenzulernen und zugleich einen bewussten Kontrast zu den vorangegangenen Tagen in Auschwitz zu erleben. Breslau verdeutlichte mit seiner wechselvollen deutsch-polnischen Geschichte, wie stark historische Umbrüche Städte und Gesellschaften bis heute prägen.

Auch nach der Rückkehr wirkt die Studienfahrt in den schulischen Alltag hinein. Die Themen werden im Unterricht weiter aufgegriffen, zudem sind begleitende Nachtreffen und Projekte geplant, um die gewonnenen Eindrücke einzuordnen und zu vertiefen.

Die Studienfahrt stellt einen wichtigen Bestandteil des schulischen Engagements gegen Antisemitismus, Rassismus und jede Form von Diskriminierung dar. Sie soll perspektivisch weiterentwickelt und als fester Bestandteil des schulischen Profils verankert werden.

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Text: Sascha Müller